Sagalassos

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Anfahrt

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Die antike Stadt Sagalassos (N37,67742/E030,51938) liegt im nördlichen Teil der antiken Provinz Pisidien etwa 90 km Luftlinie von der türkischen Südküste und der Küstenstadt Antalya entfernt. Um Sagalassos zu erreichen, fährt man auf der gut ausgebauten Fernstraße 650 von Antalya aus nach Norden in Richtung Burdur/Isparta. Nach etwa 80 km Fahrt erreicht mal nur wenige km hinter der Kleinstadt Bucak einen ausgeschilderten Abzeig (N37,52035/E030,52036), der nach Norden führt. Nach rund 18 km auf der Straße 685 erreicht man das Stadtzentrum des Ortes Ağlasun. Ein ausgeschilderter Abzweig (N37,64778/E030,53563) führt auf der Hauptstraße durch die Ortschaft hindurch und dann auf einem schmalen, aber doch gut befahrbaren Weg bis zur antiken Stadt. Für diese kurvenreiche Strecke muß man nochmals etwa 7 km einplanen, bis man den Parkplatz vor dem Wärterhaus erreicht hat.

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Örtlichkeit

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Die antike Stadt Sagalassos liegt an der Südflanke der Akdağ-Gebirges auf einer Höhe von etwa 1400 bis 1600 Meter. Das in Terrassen angelegt Stadtgebiet umfasst etwa 200 Hektar und ist mit etwas Kondition insgesamt einfach zu begehen. Traktorwege und gut begehbare Pfade führen zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten. Am Eingang zum Stadtgebiet findet sich der Parkplatz, ein kleiner Picknick-Platz und das Haus des Wärters von Sagalassos. Zur Zeit ist hier ein Eintrittspreis von 4 YTL zu bezahlen. Die Neon-Bibliothek im nörd-östlichen Stadtteil ist mit einem Schutzhaus umgeben. Den Schlüssel hierzu kann man sich vom Wärter geben lassen.

Geschichte

Geschichte

Erstmals in hethitischen Schriften aus dem 14.Jh.v.Chr. wird ein Ort mit dem Namen "Salawassa' erwähnt, der sich im zur damaligen Zeit recht unsicheren Grenzgebiet des hethitischen Königreiches befand und sehr wahrscheinlich mit dem hier beschriebenen antiken Ort Sagalassos identisch ist. Erste Besiedlungen der Gebiete um Sagalassos durch Jäger und Sammler können allerdings bis 12000 v.Chr. zurück nachgewiesen werden. Begünstigt durch ein gutes Klima und fruchtbare Böden sind ab 8000 v.Chr. landwirtschaftliche Niederlassungen nachweisbar, aus denen Dörfer und Städte, und somit dann auch Sagalassos entstanden ist.

Sagalassos gehörte ab dem 9.Jh.v:Chr. zum phrygischen Königreich, ab dem 7.Jh.v.Chr. wurde es vom lydischen Königshaus beherrscht. Als die Perser, die immer weiter nach Westen vordrangen, 546 v.Chr. den lydischen König Krösus besiegten, ging auch Sagalassos in den persischen Herrschaftsbereich über. Unter dem Einfluß der griechischen Kultur, die sich von den südlichen Küstengebieten jetzt auch im Landesinneren ausbreitete, entwickelte sich Sagalassos zur bedeutensten Polis im nördlichen Pisidien und hatte einen ähnlichen Stellenwert wie die weiter südlich gelegenen Städte von Termessos und Selge.

334 v.Chr. zog Alexander der Große nach erfolgloser Belagerung von Termessos nach Norden, um Sagalassos anzugreifen. Obwohl Sagalassos von Termessos unterstützt wurde, unterlag es dem angreifenden Alexander und wurde so in dessen Machtbereich einbezogen. Unter Alexander und dessen Nachfolgern wurde Sagalassos schnell weiter hellenisiert. Griechisch wurde die Amtssprache und die Stadt wurde Verwaltungszentrum im nördlichen Pisidien. Ab dem 2.Jh.v.Chr. wurde Sagalassos zu einem bekannten Zentrum für qualitätsvolle Keramikproduktion, dass seine Erzeugnisse auch in weiter entfernte Gebiete exportieren konnte.

Als 129 v.Chr. das attalidische Königreich per Testament an Rom vererbt wurde, gelangte auch Sagalassos unter römischen Einfluß. Auch jetzt ging es der Stadt wirtschaftlich und kulturell gut, was durch häufige und qualitätsvolle Bautätigkeiten erkennbar ist, die bis in das 3.Jh.n.Chr. hineinreichen. Erst im 4.Jh.n.Chr., als Sagalassos auch Sitz eines christlichen Bischofs wurde, führten religiöse Auseinandersetzungen zu einigen Unruhen. Gebäude, die die alten Religionen repräsentierten, wurde zerstört und dafür Kirchen gebaut. Äußere Bedrohungen der Stadt führten erstmals zum Bau von Verteidigungsanlagen, die z.B. in der Konstruktion einer Stadtmauer ersichtlich sind.

Ein verherendes Erdbeben traf Sagalassos 518 n.Chr. Obwohl nahezu jedes Bauwerk der Stadt stark beschädigt wurde, schafften die Bürger einen schnellen Wiederaufbau, bei dem einige Gebäude sogar noch monumentaler restauriert wurden als vorher. Ab 541/2 n.Chr. traf die Stadt ein weiteres Unglück, als durch eine Epedemie fast die Hälfte der Bevölkerung von Klein-Asien ausgelöscht wurde. Dies führte insgesamt zu massiven wirtschaftlichen Schwierigkeiten und als um 590 n.Chr. ein zweites starkes Erdbeben die Stadt erschütterte, wurde Sagalassos langsam aufgegeben. Bis zur Mitte der 7.Jh.n.Chr. hat sich die verbleibende Bevölkerung im Tal unterhalb von Sagalassos im heutigen Stadtgebiet von Ağlasun angesiedelt. Nur noch für Begräbnisse, für die man sogar die Reste des alten Apollo-Klarios-Temples in eine kleine Basilika umbaute, zog man in das alte Stadtgebiet. Aber auch diese Nutzung hörte mit dem 11.Jh.n.Chr. auf.

Durch den französischen Diplomaten und Reisenden Paul Lucas wurde der Ort im Jahr 1706 wiederentdeckt, aber erst 1824 konnte Francis Arundel den Ort als Sagalassos identifizieren. Obwohl der Ort immer wieder von Archäologen besucht wurde, finden systematischen Forschungen erst seit 1985 unter der Leitung von Stephen Mitchell und Dr. Marc Waelkens statt. Durch die entfernte und unzugängliche Lage, die eine Wiederverwendung der Gebäudereste sehr erschwerte, präsentiert sich Sagalassos heute als äußerst ergiebiges archäologisches Forschungsgebiet.

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