Pinara

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Anfahrt

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Pinara (N36,48915/E029,25835) liegt östlich der Verbindungsstraße 400 Kalkan - Fethiye. Etwa 40 km nördlich von Kalkan bzw. 22 km südlich von Kemer biegt die Zufahrtsstraße (N36,47675/E029,30330) nach Osten ab. Nach 6 km erreicht man auf einer geteerten Straße die Ortschaft Minare-Köy, um dann zu Beginn der Ortschaft nach links auf einen Schotterweg (ausgeschildert) abzubiegen, der dann nach weiteren 2 km zum antiken Ort führt.

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Örtlichkeit

Örtlichkeit

Pinara steht eigentlich auf zwei Akropolis-Hügeln: der untere Hügel, auf dem die Stadt aufgebaut ist, ist knapp 400m hoch und von der Nord-, Ost- und Südseite durch steile Klippen geschützt. An der Westseite steigt das Gelände dann nochmals um weitere 350m auf über 700m zur oberen Akropolis an, die mit ihren unzähligen Grablöchern weithin sichtbar ist. Eine Schotterstraße führt bis zum Häuschen des Wärters, der sich auch als kompetenter Führer anbietet. Der Eintritt beträgt 4 YTL oder 2,50 €. Der Weg, der zu begehen ist, ist teilweise recht steil und voller Geröll, sodass man festes Schuhwerk und etwas Kondition mitbringen sollte. Laut Aussage des Wärters sind die Sehenswürdigkeiten auf der oberen Akropolis gering, sodass man sich auf die Untere beschränken kann.

Geschichte

Geschichte

Gesicherte Erkenntnisse über die Geschichte von Pinara gibt es nicht. Laut Menecrates, der im 4.Jh.v.Chr. als Geschichtsschreiber in Xanthos lebte, geht die Gründung von Pinara auf Xanthos zurück. Xanthos litt, so Menecrates, an einer starken Überbevölkerung, sodass man sich endschied, die älteren Bürger sollten die Stadt verlassen und an anderer Stelle eine neue Stadt gründen. <Eine Gruppe zog zum Berg Kragos und gründete eine Stadt auf einem runden Gipfel und sie nannten sie Pinara, was "abgerundet" bedeutet, den die Lykier nannten alles was rund war, "pinara" (aus "Lycian Turkey", Bean, Seite 73). Später wurde Pinara auch bei der Eroberung von Lykien durch Alexander dem Großen als eine Stadt erwähnt, die sich kampflos dem Feldherren ergab. Auch ist bekannt, dass Pinara mit drei Stimmen ein einflussreiches Mitglied im Lykischen Bund war. Lykische Pfeilergräber aus dem 5.Jh.v.Chr. bescheinigen der Stadt einen gewissen Wohlstand und in hellenistischer Zeit hatte die Stadt ihre größte Ausdehnung und ihre größte Bevölkerungsanzahl von etwa 30.000 Menschen. Hernach nahm die Bedeutung der Stadt aber kontinuierlich ab. Zwar war die Stadt in byzantinischer Zeit noch ein Bischofssitz, doch wurde sie im Mittelalter nach einem Erdbeben endgültig verlassen.

Besichtigung

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Am Besten ist es, wenn man das Auto in der Nähe der Wärter-Häuschens abstellt und die Besichtigung von hier aus zu Fuß durchführt.

Schon wenige Meter hinter dem Wärter-Häuschen kommt von links ein breites mit grobem Geröll, aber nicht mit Wasser gefülltes Bachbett herunter, dem man folgt bis man das Königsgrab (11) am Fuß der unteren Akropolis erreicht. Hirtenfeuer und moderne Grabräuber, die die Aussenverzierungen beschädigt haben, haben diesen Grabbau stark leiden lassen, doch besonders sehenswert sind je zwei Reliefs mit Ansichten von lykischen Städten links und rechts auf der Innenseite des Vorraumes.

Am Fuß der unteren Akropolis geht man nun immer weiter bergan, bis man den ehemals als Treppenaufgang konstruierten Südzugang zum Stadtgebiet erreicht. Währenddessen kommt man an weiteren, größeren und kleineren Felsengräbern verschiedener Typen vorbei, wobei man ab einer bestimmten Höhe die unzähligen Grablöcher (5) der oberen Akropolis (4) vor sich sehen kann. Hat man eine gewisse Höhe erreicht, kann man in südlicher Richtung auch die Felsengräber (12) auf der anderen Talseite sehen. Da der südliche Treppenzugang vollständig zerstört ist, folgt jetzt das mühsamste aber kürzeste Stück des Aufstiegs, der direkt auf die Haupt- und Ladenstraße im Stadtgebiet führt.

Von hier aus führt die Ladenstraße geradewegs nach Norden, wo sie an der Agora (8) endet. Links und Rechts findet man die Reste von Geschäfts- und Wohnhäusern. Auf der Straße liegen Säulentrommeln, die wohl die Reste der umgestürzten Stoa sind. Auch ein Sarkophag und andere Grabbauten sind zu finden.

Westlich der Agora (8) findet man das leider stark zerstörte römische Odeon (7). Wenn man in das Odeon hineingeht, kann man mit Hilfe der Sitzreihen den dahinterliegenden Felsrücken ersteigen. Dort folgt man dem Pfad in nord-östliche Richtung und trifft beim Beginn des östlichen Abhanges auf die Grabanlage mit den Stierhörnern (6), das s.g. Stierkopf-Grab.

Gleichzeitig hat man von hier aus nach Osten einen Blick über die kleine Senke hinweg zum Theater (1) von Pinara, das in den gegenüber liegenden Hügel gebaut ist. Es ist im hellenistisch-griechischen Stil gebaut und besitzt 27 Sitzreihen ohne ein Diazoma. Vom Bühnengebäude sind nur noch die Fundamente und einige Säulen erhalten.

Vom Stierhorn-Grab (6) geht man weiter nach Norden trifft dann auf die Fundamente eines römischen Podiumstempels und dann weiter auf einen Platz der von Säulenhallen umgeben war. Die besonders stabilen Ecksäulen, die wie in Tlos einen herzförmigen Querschnitt haben, stehen teilweise noch.

Von hier aus kann man jetzt das Felsplateau verlassen und gelangt wieder auf die Straße. Gegenüber finden sich noch die Reste eines Tempels (3) mit einem Pfeilergrab mit aufgesetztem Sarkophag.

Auch der Besuch des Theaters (1) lohnt sich, weil man von hier aus eine besonders eindrucksvolle Ansicht der Grabkammern (5) in der Steilwand der oberen Akropolis (4) geniessen kann.

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