Alabanda

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Der antike, karische Ort Alabanda (N37,59201/E027,98509) liegt in der Provinz Aydın westlich der türkischen Stadt Çine (N37,61515/E028,05700). Von Çine aus biegt man von der Hauptstraße direkt südlich der großen Flussbrücke nach Westen ab und fährt auf einer gut befahrbaren Nebenstraße westlich für etwa 7,5 km in Richtung Doğanyurt. Die Ruinenreste der antiken Stadt liegen dort teils nördlich der Straße in der Ebene, teils südlich der Straße an den Hängen eines kleinen Bergrückens. Hier muss man parken und zu Fuß weiter gehen.

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Örtlichkeit

Örtlichkeit

Teile der antiken Stadt Alabanda liegen zu beiden Seiten der Landstraße von Çine nach Doğanyurt. Insgesamt sind alle sehenswerten Ruinen einfach zu erreichen. Festes Schuhwerk und etwas Kondition sollten ausreichen. Einzig für die Befestigungsanlagen auf dem Bergrücken (Stadtmauer und Wachtürme) sind einige Höhenmeter zu überwinden.

Zwischen den einzelnen Ruinen finden sich noch einige wenige bewohnte türkische Häuser und bewirtschaftete Höfe; man sollte hier die Privatsphäre nicht stören.

In Alabanda gibt es einen Wärter und es ist z.Zt. ein Eintrittpreis von 5 TL zu bezahlen.

Geschichte

Geschichte

Die mythologische Gründungssaga von Alabanda geht auf den Lokalhelden Alabandos zurück. Sprachforscher deuten "Ala" mit "Pferd" und "Banda" mit "Sieg"; ein Name, der Aufgrund eines gewonnenen Pferderennens vergeben wurde.

Erste archäologisch verwertbare Hinweise auf die Stadt finden sich ab den 3.Jh.v.Chr. Alabanda wird hier in der seleukidischen Zeit als Mitglied der "Chrysaorischen Liga" erwähnt. Mylasa, Stratonikeia, Alinda und weitere karische Städte gehörten dieser Verbindung an, um die militärische Verteidigung und den Handel zu stärken. Alabanda erhielt von König Antiochus III Stadtrechte und wurde 'kurzzeitig' in Antiochia umbenannt.

Als 190 v.Chr. die Seleukiden in der Schlacht von Magnesia von den Römern geschlagen werden, erhält Alabanda jetzt unter römischem Einfluss seinen alten Namen zurück. In der römische Zeit wird Alabanda dann Sitz eines Konvents und eines Richters mit großem Einfluss. Im Jahr 22 n. Chr. gewährt Kaiser Tiberius Alabanda erneut das Stadtrecht. Alabanda wird zu einer sehr wohlhabende Stadt. Verschiedene Geschichtsschreiber erwähnen die Dekadenz seiner Einwohner. Bis ins 3.Jh.n.Chr. werden von Alabanda eigene Münzen geprägt.

Im 4.Jh.n.Chr. wurde Alabanda als Teil des byzantinischen Reiches ein bedeutender Bischofssitz auch für den Großraum Aphrodisias. Beginnend mit dem Jahr 451 bis hinein in das 11.Jh.n.Chr. sind verschiedene Bischöfe aus Alabanda durch schriftliche Quellen nachweisbar. Noch heute ist Alabanda als s.g. Titularbistum in der katholischen Kirche gelistet.

Im Jahr 1280 wurde Alabanda durch die Seldschuken erobert, verlor ab da immer weiter an Bedeutung und wurde schließlich ganz aufgegeben. Ab Anfang der 19.Jh. erfolgte eine spärliche Neubesiedlung des Stadtgebietes mit einigen ländlich-bäuerlichen Niederlassungen, die zwischen den Ruinen errichtet wurden und in Teilen auch heute noch bewohnt und bewirtschaftet werden.

Archäologische Forschungen und auch Ausgrabungen werden seit 1905 durch das Museum in Aydın unternommen und führten zu einigen interessanten Erkenntnissen. Mit den Ausgrabungen und archäologischen Forschungen wurde Alabanda auch touristisch erschlossen.

Besichtigung

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Das Stadtgebiet von Alabanda ist heute immer noch bewohnt und man sollte bei einer Besichtigung Rücksicht auf die Anwohner nehmen. Schnell kann man sich auf Privatgelände 'verirren', was zu Missverständnissen führen könnte. Auch sollte man die Wege und Trampelpfade benutzen und nicht quer durch die Felder laufen.

Das antike Stadtgebiet von Alabanda wird durch die Verbindungsstraße von Çine nach Doğanyurt durchschnitten; die Sehenswürdigkeiten liegen beiderseits der Straße. Der Hauptteil der Agora (4) liegt nördlich der Straße. Sie ist durch einige Baumreihen markiert. An der Nordseite der Agora befinden sich einigen Mauer- und Gebäudereste und einige ausgegraben Fundamente und Pflasterungen.

Direkt nordöstlich der Agora befindet sich der Bouleuterion/Odeon (2) der Stadt. Die im Halbkreis angeordneten Sitzstufen im Innern sind noch gut erkennbar. Die Außenmauern stehen teils noch mehrere Meter hoch. Ins besonders die Südmauer mit den gleichmäßig angeordneten Balkenlöchern steht noch bis zur oberen Fensterreihe.

150 Meter weiter nördlich findet man die ehemaligen Nord-Bäder (1) von Ababanda. Sie sind in einen Teil der nördlichen Stadtmauer integriert.

An der Südostecke der Agora zweigt eine Straße ab, die nach Süden durch das Stadtgebiet bis hin zum antiken Theater führt. Beiderseits liegen weitere Sehenswürdigkeiten von Alabanda. Zuerst kommen östlich der Straße viele verschiedene Gebäudereste und dann die Fundamente des etwa 35 x 28 Meter großen Apollon-Tempels (8). Direkt westlich, allerdings etwa 100 Meter von der Straße entfernt, liegen die ehemaligen Zentral-Bäder (9) der Stadt.

Weiter nach Süden geht es an einigen Wohnhäusern vorbei bis zum Theater (14). In der Cavea sind die oberen Sitzreihen leider zerstört. Allerdings sind das Diazoma und die dazu gehörenden Eingangstunnel noch vollständig erhalten. Sehr bemerkenswert ist auch das Mauerwerk der beiden Analemma-Wände. Reste der Bühnenhauses, ins besonders an der Südwest-Ecke, sind auch noch sehenswert.

Geht man auf dem schmaler werdenden Weg weiter, kann man das Stadtgebiet durch einen Aquäduktbogen nach Süden verlassen. Immer wieder sind hier Mauerreste und Türme der südlichen Stadtmauer (3) und Stadtbefestigungen erkennbar. Auf dem Hügel, direkt an der antiken Stadtmauer, die dort besonders viele noch gut erhaltene Wach- und Aussichtstürme enthält, steht ein kleines 'modernes' Mausoleum. Hier sind einige interessante Spolien eines römischen Tempels verbaut.

An der Nordflanke des Hügels findet man die Fundamente eines etwa 30 x 15 Meter großen dorischen Tempels (13), der als Zeus-Tempel identifiziert wurde.

Entlang und außerhalb der Stadtmauern sind ins besonders mit Westen (7) und im Osten Nekropolen mit einigen Sarkophagen zu finden.

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